Grundlagen der Taxonomie
Hierarchie der taxonomischen Stufen (ohne Zwischenstufen)
Die Taxonomie als ein Teilgebiet der Biologie erfasst Lebewesen (und Viren) systematisch. Diese Einteilung in ein hierarchisches System ist traditionell mit der Einordnung in einen bestimmten Rang verbunden, wie Art, Gattung oder Familie, insbesondere bei Organismen, aber auch bei Viren, siehe Virus-Taxonomie. Ein Taxon ist in der Biologie eine Gruppe von Lebewesen (oder Viren), die sich durch gemeinsame Merkmale beschreiben und von anderen Gruppen unterscheiden lässt. Die Aufstellung von Taxa ist das Arbeitsgebiet der Taxonomie, der wissenschaftlichen Gliederung der Organismen nach international festgelegten Nomenklaturregeln, siehe biologische Nomenklatur. Die taxonomische Ausbildung ist ein wichtiger Teil des Studiums in der organismischen Biologie. Durch die Abgrenzung der verschiedenen Taxa erfolgt eine Klassifikation nach bestimmten Stufenfolgen: |
Deutsch | Latein | Beispiel |
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Domäne | Dominium | Eukaryoten |
Reich | Regnum | Tiere |
Unterreich | Subregnum | Vielzellige Tiere, Vielzeller (Metazoa) |
Abteilung/Stamm | Divisio/Phylum | Chordatiere |
Unterabteilung/Unterstamm, Unterphylum | Subdivisio/Subphylum | Wirbeltiere (Vertebraten, Vertebrata) |
Klasse | Classis | Säugetiere (Mammalia) |
Unterklasse, Subklasse | Subclassis | Höhere Säugetiere |
Infraklasse | … | |
Überordnung | Superordo | Laurasiatheria |
Ordnung | Ordo | Raubtiere |
Unterordnung | Subordo | … |
Teilordnung | Infraordo | … |
Überfamilie, Oberfamilie | Superfamilia | Katzenartige |
Familie | Familia | Katzen |
Unterfamilie | Subfamilia | Kleinkatzen |
Tribus | Tribus | … |
Untertribus | Subtribus | … |
Gattung | Genus | Altwelt-Wildkatzen |
Art, Spezies | Species | Wildkatze |
Unterart, Rasse, Subspezies | Subspecies | Europäische Wildkatze |
Eine Schlüsselstellung hat hierbei die Art. Eine biologische Art ist eine Gruppe natürlicher Populationen, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden und von anderen Gruppen reproduktiv isoliert sind. Die Isolationsmechanismen zwischen den einzelnen Arten sind biologischer Natur, also nicht auf äußeren Gegebenheiten basierend, sondern in den Lebewesen selbst angelegt. Diese Definition gilt als die optimale Definition einer Art, weil sie nicht willkürlich ist, „man könnte sogar so weit gehen, sie als ‚selbstoperational‘ zu bezeichnen“, indem sie „das Kriterium der Fortpflanzungsisolation gegenüber anderen Populationen hervorhebt“.
Da der biologische Artbegriff nicht auf alle Lebensformen angewandt werden kann (zu lange Generationszeiten, sexuelle Fortpflanzung unbekannt, Parthenogenese), gibt es weitere Artdefinitionen wie die morphologische Art (die am häufigsten verwendete Artdefinition), die phylogenetische Art (aufgrund von phylogenetischen Verwandtschaftsverhältnissen) oder die ökologische Art, bei der morphologisch gleich oder ähnlich gestaltete als verschiedene Arten angesprochen werden, wenn sie geographisch getrennt vorkommen.
Mit der Veröffentlichung von Systema Naturae durch Carl von Linné hat sich die binäre (in der Zoologie auch noch binominale) Nomenklatur durchgesetzt. Der erste Namensteil bezeichnet hier die Gattung (Genus), der zweite ist das Beiwort (Epitheton) für die Art (Species).
Methoden
Traditionelle Methoden richteten sich nach morphologischen Merkmalen, wie etwa dem Körperbau bei Tieren oder dem Blütenaufbau bei Pflanzen. Später flossen dann auch Erkenntnisse aus den Bereichen Mikroskopie, Physiologie, Biochemie und Genetik in die taxonomische Betrachtung ein. Neuerdings werden automatisierte, computerbasierte Identifikationssysteme erprobt, die die Treffsicherheit und Geschwindigkeit einer Bestimmung dramatisch verbessern sollen (siehe unten).
Die moderne biologische Systematik ist tiefergehend. In ihr spielen phylogenetische Verwandtschaftsbeziehungen eine Rolle. Die unterschiedlichen Taxa werden in der Systematik in einen hierarchischen Stammbaum eingeordnet, der ihre evolutionäre Abstammung widerspiegeln soll. Die Regeln der Kladistik gelten heute als Standard zur Klassifizierung von Organismen, d. h. ein Taxon sollte monophyletisch sein.
Quelle: Von File:Biological classification S Pengo.svg: Peter Halasz (User:Pengo) / *abgeleitetes Werk TomCatX - File:Biological classification S Pengo.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15216142