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Hydroponik · Nährstoffchemie · Tool B

Chelat-Stabilitätsfenster

Welche Chelat-Form ist bei welchem pH noch wirksam? Berechnung der konditionalen Stabilitätskonstante log K' für Fe, Mn, Zn und Cu in Abhängigkeit des pH.

Zielbereich Hydroponik
pH 5.8
4,04,55,05,5 6,06,57,07,5 8,08,59,0
Vorwahl:
Fe-EDTA
log K (Fe³⁺) = 25,1 [1]
Wirksam: pH 4,0–6,5
Fe-DTPA
log K (Fe³⁺) = 28,0 [1]
Wirksam: pH 4,0–7,0
Fe-EDDHA
log K (Fe³⁺) ≈ 35 [1,*]
Wirksam: pH 4,0–9,0
Mn-EDTA
log K (Mn²⁺) = 13,8 [1]
Wirksam: pH 4,5–6,5
Zn-EDTA
log K (Zn²⁺) = 16,5 [1]
Wirksam: pH 4,5–7,0
Cu-EDTA
log K (Cu²⁺) = 18,8 [1]
Wirksam: pH 4,5–7,5
Zur konditionalen Stabilitätskonstante log K'

Der thermodynamische log K-Wert gilt für definierte Standardbedingungen (25°C, Ionenstärke I = 0,1 mol/L, pH = 0). In der Praxis ist der pH-abhängige konditionale Wert log K' entscheidend: Er gibt an, wie stark der Chelat-Komplex unter den tatsächlichen pH-Bedingungen stabil bleibt.

Für Fe³⁺ konkurriert die Chelat-Bindung mit der Fe-Hydrolyse (Fe³⁺ + 3OH⁻ → Fe(OH)₃, Ksp ≈ 10⁻³⁹). Für Mn²⁺, Zn²⁺ und Cu²⁺ ist die Hydrolyse schwächer ausgeprägt, jedoch sinkt log K' mit steigendem pH durch die zunehmende Protonierung des Liganden.

Die Näherung für log K' verwendet die α-Korrektur des Liganden bei variablem pH:

log K'(pH) ≈ log K − αL(pH)

wobei αL die pH-abhängige Protonierungskorrektur des Liganden ist, abgeleitet aus den pKa-Werten der Aminocarbonsäure-Gruppen. Für EDTA-Komplexe zweiwertiger Metalle gilt dieselbe Ligandenkorrektur wie für Fe-EDTA, jedoch mit niedrigerem Ausgangs-log K, was den engeren Stabilitätsbereich erklärt. Die Übergangsbereiche sind Näherungen – für genaue Berechnungen (Ionenstärke, Temperatur, Konkurrenz-Kationen) ist die NIST-Datenbank [1] heranzuziehen.

* EDDHA log K: Die NIST-Datenbank führt Werte zwischen 33 und 36, abhängig vom Isomerverhältnis (ortho-ortho > ortho-para). Der Näherungswert 35 entspricht dem ortho-ortho-Isomer.
** Mn-EDTA: Bei pH 5,0–6,5 ist Mn²⁺ als freies Ion oft noch ausreichend löslich; Chelat-Form primär bei diagnostiziertem Mangel trotz ausreichender Konzentration indiziert.

Quellen

  1. Martell, A.E. & Smith, R.M. (1974–1989). Critical Stability Constants, Bde. 1–6. Plenum Press, New York. [NIST Standard Reference Database 46 – nist.gov/srd/nist46]
  2. Chaney, R.L. (1988). Plants can utilize iron from Fe-N,N'-di(2-hydroxybenzoyl)- ethylenediamine-N,N'-diacetic acid, a ferric chelate with thermodynamic stability similar to Fe-EDDHA chelates. Journal of Plant Nutrition 11(6-11):1033–1050. DOI: 10.1080/01904168809363876

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